15 Jahre Seniorenbesuchsdienst Lisbeth Linke Seniorenwohnpark Bauernmühle Pinneberg
Birgit Schmidt-Harder

Birgit Schmidt-Harder

15 Jahre Seniorenbesuchsdienst

Martina Hoyer, Leiterin des Seniorenwohnparks Bauernmühle, brachte es auf den Punkt: „Es ist so großartig, dass es den Seniorenbesuchsdienst gibt“, sagte sie am vergangenen Freitag. „Ohne Sie wären wir gar nichts.“

„Ach was“, sagte Lisbeth Linke und winkte ab.

Zeit, Liebe, Aufmerksamkeit

„Oh doch!“, widersprach Martina Hoyer. „Sie sind ein Goldschatz für uns. Unsere Mitarbeiter würden auch gern mehr Zeit mit den Bewohnern verbringen. Aber leider ist das oft nicht möglich.“

Und Pinnebergs Bürgervorsteherin Natalina di Racca-Boenigk (CDU) ergänzte: „Es ist unfassbar, was Sie hier bis ins hohe Alter leisten. Dass Sie dieses offene Herz haben, dass Sie Zeit, Liebe und Aufmerksamkeit schenken, dass Sie mit den Menschen einfach nur reden – das ist mit Worten gar nicht zu beschreiben.“

 

„Im Altenheim brauchen wir Sie.“

15 Jahre ist es her, dass Lisbeth Linke, damals agile 71 Jahre jung und frisch nach Pinneberg gezogen, fand, es sei an der Zeit, ein neues Ehrenamt zu übernehmen. Sie wollte zu den Grünen Damen ins Krankenhaus. Doch die Kranken sagten ihr: „Hier im Krankenhaus sind wir versorgt. Aber im Altenheim, da brauchen wir Sie.“

Jeden Tag Programm

Lisbeth fackelte nicht lang und gründete mit fünf Mitstreiterinnen einen ehrenamtlichen Seniorenbesuchsdienst. 38 waren sie zu Spitzenzeiten, besuchten fünf Pinneberger Pflegeheime. Heute sind sie noch 15 und fest mit der Bauernmühle verbunden. Jeden Tag bieten sie ein Programm für die Bewohner an. Montags ist Bingo, dienstags Handarbeiten, mittwochs und donnerstags Gesellschaftsspiele und freitags Skat. Außerdem gibt es jeden Mittwoch einen Kaminabend mit Vorlesen und donnerstagmorgens einen Verkaufsstand mit Süßigkei­ten, Cremes und Lotionen aller Art, Shampoo, Duschgel oder Tempotaschentüchern. „Es ist so wichtig, dass die Bewohner einkaufen gehen können“, sagt Lisbeth. Und mit einem Augenzwinkern: „Wir haben immer reißenden Absatz auf Haftcreme.“

Team der Bauernmühle bedankte sich

2007 wurde sie für ihr Engagement mit einem Eintrag in das Bürgerbuch des Kreises Pinneberg geehrt. Und am Freitag trat die Belegschaft der Bauernmühle an, um sich mit Blumen, Imbiss und Getränken für 15 Jahre Liebe, Mitgefühl, Zeit und Engagement von Herzen zu bedanken.

„Wir nehmen so viel mit.“

„Wir machen das so gerne“, sagte Lisbeth in ihrer Ansprache. „Und wenn wir hier rausgehen, nehmen wir so viel mit.“ Dankbar sei sie der Heimleitung dafür, dass sie ihren Besuchsdienst selbst organisieren dürfe. Mehr Heime – das schafft sie nicht mehr. „Und wenn ich mal nicht mehr kann“, – lauter Protest der Anwesenden – „ihr habt alle eure Aufgabe und wisst, was zu tun ist.“

Mit Hochachtung erfüllt

Bürgervorsteherin Natalina di Racca-Boenigk verbeugte sich vor Lisbeth und ihrem Team. „Ich weiß ja, Sie sind schon über 79. Obwohl Sie höchstens wie eine Endsechzigerin aussehen. Wenn ich mal älter werde, hoffe ich, dass es den Besuchsdienst immer noch gibt. Ihr Tun erfüllt mich mit Hochachtung. Und ich würde mir wünschen, dass sich vielleicht noch der eine oder andere meldet, um Sie zu unterstützen.“

Nachwuchs immer gesucht

„Das wäre schön“, sagte Lisbeth. „Nachwuchs können wir immer sehr gebrauchen und freuen uns über jeden und jede, die mitmachen will. Denn es ist vor allem die Symbiose zwischen Besuchsdienst und der Bauernmühle, die die Arbeit so schön und erfüllend macht.“

Fotos: Birgit Schmidt-Harder

03.03.2019

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