50 Jahre Lions Club Pinneberg Jubiläum Jubiläumsempfang Ratssitzungssaal Rathaus
Birgit Schmidt-Harder

Birgit Schmidt-Harder

50 Jahre Lions Club Pinneberg – 50 Jahre „We serve“

Es war ein Moment, der zu Tränen rührte: Johannes Schumann, 92 Jahre alt, nicht mehr gut zu Fuß und viel auf die liebevolle Hilfe seiner Frau Astrid angewiesen, nahm ein Blatt Papier in die zitternde Hand und las.

Ungebrochen

Früher, das ahnte man, war seine Stimme bestimmt voll und stark, er selbst groß und stattlich. Heute ist sie brüchig und ihm selbst fehlt es an Luft. Doch sein Wille – ungebrochen.

Johannes Schumann las die Worte ab auf dem Papier. Erinnerte sich an die wilden 1968er und an seine 21 Mitstreiter, die vor 50 Jahren die Idee des Chicagoer Versicherungskaufmannes Melvin Jones aufgriffen und den Pinneberger Lions Club gründeten. Und von denen nur er noch übrig ist.

Standing Ovations

Johannes Schumann las. Leise, aber deutlich. Und als er endete und ein fast spitzbübisches Lächeln ob dieser seiner Leistung das alte Gesicht wie die Sonne aufleuchten ließ, riss es die rund 120 Gäste von ihren Stühlen. Applaus brandete auf, füllte den Ratssitzungssaal wie eine Welle, die nicht enden wollte. Und sollte sich überhaupt auch nur irgendjemand gefragt haben, was die Lions eigentlich so tun – es war genau jetzt beantwortet.

50 Jahre gibt es sie nun schon in Pinneberg – die Pinneberger Lions. 29 Mitglieder sind sie heute stark, und viele stadtbekannte Persönlichkeiten wie zum Beispiel Uwe Grill, Dieter Sammann, Jörn Dwenger, Hermann Kunstmann, Harald Schmidt oder Rolf Matthießen befinden sich unter ihnen.

Großer Jubiläumsempfang

Gestern nun lud der Lions Club Pinneberg zu einem großen Jubiläumsempfang mit buntem Programm in den Ratssitzungssaal der Stadt ein. Auch, um öffentlich zu feiern. Aber auch, um – wie immer eigentlich – gemeinnützige Vereine und Organisationen zu unterstützen, die sich für das Wohl der Allgemeinheit einsetzen.

Stolze 28.000 Euro wurden gestern für den guten Zweck vergeben. Freuen durften sich die Alzheimer-Gesellschaft Kreis Pinneberg (8000 Euro), die Pinneberger Tafel (5000 Euro), die evangelische Kita „Die Senfkörner“ (5000 Euro), die Musikschule Pinneberg (3000 Euro), die auch für das musikalische Rahmenprogramm sorgte, Spiel und Sport Waldenau (2500 Euro), das Umwelthaus Pinneberg (2500 Euro) und die Lebenshilfe Pinneberg (2000 Euro).

1,5 Millionen Mitglieder weltweit

„Die Lions sind für Menschen da“, sagt Lions-Mitglied Dr. Horst Alsmöller in seiner Festrede. „Sei es vor der eigenen Haustür oder auf der ganzen Welt. Wir sind in 208 Ländern vertreten. Mit 50.000 Clubs und insgesamt circa 1,5 Millionen Mitgliedern.“

„Leben ist ohne Nächstenliebe sinnlos.“

350 Arbeitsstunden pro Jahr leisten die Lions. Wobei das „Lions“ nicht für „Löwe“, sondern für „Liberty, Intelligence, Our Nations Safety“ steht. Oder wie Dr. Horst Alsmöller frei interpretierte: „Leben ist ohne Nächstenliebe sinnlos.“

Er machte sich in seiner Festrede auf die Suche nach einem Schlagwort, einem gesprochenen Bild, das die Aufgabe, Wirkungsweise und Arbeit der Lions-Idee widerspiegeln könnte. „Das goldene Wort zum goldene Jubiläum“, wie er mit einem Augenzwinkern sagte.

Unterstützung für die Jugend

Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos) fasste – auch im Namen von Bürgervorsteherin Natalina di Racca-Boenigk (CDU) – konkret zusammen: „Die Lions stellen den Dienst am Nächsten über den persönlichen Profit. Besonders die Jugendarbeit der Stadt wird von den Lions unterstützt. Unser Rockfestival Wake-up PI könnte ohne die Unterstützung der Lions nicht in dieser Form veranstaltet werden. Und der neue Jugendtreff Komet strahlt dank Ihrer Spenden in diesem und im vergangenem Jahr in noch schönerem Glanz.“

In einem Wort?

Blieb da nur noch die Suche nach dem goldenen Wort. Was tun die Lions ausgedrückt in einem Wort?

Dr. Horst Alsmöller brauchte zwei. „Ich mache es kurz“, sagte er. „We serve.“

Sie dienen.

Danke dafür.

Von Herzen.

Fotos: Birgit Schmidt-Harder

19.05.2019

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