Birgit Schmidt-Harder

Birgit Schmidt-Harder

Das erste Interview nach der Wiederwahl

Vier Tage ist die zweite Amtszeit von Pinnebergs wiedergewählter Bürgermeisterin Urte Steinberg schon alt. Vier Tage, in denen jede Menge passiert ist, Weichen gestellt und Neues angeschoben wurde. Was genau, erzählt die neue, alte Bürgermeisterin von Pinneberg im Interview mit Die Pinnebergerin.

Das erste Interview nach der Wiederwahl

Frau Steinberg, seit Sonntagabend sind Sie wiedergewählte Bürgermeisterin unserer Stadt. Wie geht es Ihnen heute?
Ehrlich gesagt nicht sehr viel anders als am Wahlabend am Sonntag. Ich freue mich darauf, dass ich Angefangenes fortsetzen darf und im Team viele Dinge angehen kann. Ich hatte viele Visionen und Ideen für die Zukunft der Stadt. Und diese werden meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ich in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten der Politik genauer vorstellen. Es sind ja Vorschläge für die nächsten sechs Jahre und nicht für „morgen“. Denn erstens gilt es, in den nächsten Monaten strategische Ziele für unsere Stadt zu erarbeiten und politisch festzulegen sowie daraus Maßnahmen abzuleiten, und zweitens verfolgen wir zuallererst mit höchster Priorität die Themen, die es fortzusetzen gilt – wie zum Beispiel die Schulbausanierung und die Erstellung der noch ausstehenden Jahresabschlüsse. Die politisch gewählten Vertreter entscheiden letztendlich, was vom Fünf-Punkte-Plan umgesetzt wird.

„Ich kann frohen Mutes mein Amt ausüben“

Was haben Sie gedacht, als das Ergebnis der ersten Auszählung des ersten Wahlbezirkes feststand?
Ich hab mich sehr gefreut. Danke an Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger, für diese satte Mehrheit, die Sie mir gewährt haben. Ich fühle mich sehr bestärkt und kann nun frohen Mutes wieder mein Amt ausüben. Ein bisschen traurig war ich über die geringe Wahlbeteiligung. Ich hätte mir natürlich gewünscht, dass mehr Bürgerinnen und Bürger den Weg zur Wahlurne auf sich nehmen. Aber so ist es in einer Demokratie: Jede und jeder entscheidet selbst, ob und wen er oder sie wählen möchte.

Sie waren eine Bürgermeisterin im Amt. Jetzt sind Sie es wieder. Zeit zum Ausruhen von den Wahlkampfstrapazen gab es für Sie nicht. Was haben Sie am Montag, an Ihrem ersten Arbeitstag nach der Wahl, gemacht?
Ich bin morgens ins Büro gegangen. Dort habe ich Glückwünsche entgegengenommen, meine eingegangene Post bearbeitet, meine E-Mails gecheckt und teilweise schon beantwortet und ein Telefoninterview für einen Radiobeitrag gegeben. Ab 12 Uhr war ich in Heide zum Bürgermeistertreffen, an dem auch Schleswig-Holsteins Innenminister Hans-Joachim Grote und seine Staatssekretärin Kristina Herbst teilgenommen haben. Am Nachmittag vor der Rückfahrt nach Pinneberg folgte das zweite telefonische Interview und nach der Rückkehr im Rathaus die Sitzung des Gemeindewahlausschusses, in der das Wahlergebnis offiziell bestätigt wurde. Danach bin ich nach Hause gegangen, habe Mails beantwortet (über mein Handy bin ich auch zu Hause mobil erreichbar) und inhaltlich bis zirka 22 Uhr meine Homepage angepasst. Das heißt, die Rubriken zum Wahlkampf wurden geschlossen und die Homepage auf Dauerbetrieb umgestellt.

Erstmals Food Truck Weekend in Pinneberg

Diese Woche standen viele Termine an. Unter anderem war der Spatenstich für den Umbau und die Sanierung des Pinneberger Bahnhofs. Was noch?
Oh, viel. Der Dienstag stand ganz im Zeichen eines 70-jährigen Jubiläums einer Pinneberger Firma und des SKS-Ausschusses (Soziales, Kinder und Senioren). Die Tagesordnung hierfür umfasste zwei Seiten. Mittwoch ging es wie gesagt um den Bahnhof, außerdem turnusmäßig um ein Personalratsgespräch und abends war die Schulausschusssitzung. Heute tagte der Ausschuss Umwelt, Naturschutz und Kleingärten. Auch ist ein Strategiegespräch zum Einzelhandel geplant. Außerdem ist Freitag Verwaltungsleiterkonferenz in Barmstedt, an der alle Bürgermeister aus dem Kreis Pinneberg teilnehmen. Anschließend findet eine Veranstaltung um die kommunale Finanzbeziehung zwischen Kreis und Kommunen statt, auf der auch über die etwaige Senkung der Kreisumlage gesprochen wird. Dann folgt ein Netzwerktreffen für Sterbende. Und am Abend wird um 17 Uhr das schöne Food Truck Weekend eröffnet, das dieses Jahr zum ersten Mal in Pinneberg stattfinden wird. Am Wochenende stehen für mich das Kreisgemeinschaftstreffen Fischhausen im Cap Polonio, am Sonntag der Aktionstag der Freiwilligen Feuerwehr und der verkaufsoffene Sonntag auf dem Programm. Parallel dazu erfolgt die Bearbeitung von Post, Mails und es stehen Mitarbeitergespräche auf der Agenda.

Manchmal bis zu 14 Termine pro Tag

Wie viele Termine haben Sie pro Tag?
Manchmal bis zu 14 Stück. Aktuell bin ich leider ein bisschen eingeschränkt. Am Dienstag hatte sich im Ausschuss Soziales, Kinder und Senioren unser neuer Beauftragter für Menschen mit Behinderung der Stadt Pinneberg vorgestellt. Er soll am 27. September offiziell von der Ratsversammlung bestellt werden. Im Anschluss an die Sitzung auf dem Nachhauseweg wollte ich noch etwas mit dem Ehepaar Meusel in der Drostei besprechen, als mir ein Mann mit einer Behinderung entgegenkam. Er konnte immer schlechter gehen. Ich habe versucht, ihn zu stützen und habe mich dabei total verhoben. Ergebnis: Seitdem habe ich einen Hexenschuss, der mich lahmlegt, so dass ich seit Mittwochmorgen keine Termine mehr wahrnehmen kann.

„Der Bauteil Nord an der THS wird fertiggestellt“

Gute Besserung! Welche Vorhaben werden in diesem Herbst initiiert, begonnen oder abgeschlossen?
Eine Menge. Der Bahnhofsumbau beginnt, und auf dem Ilo-Gelände der Abriss. In den Herbstferien wird der Bauteil Nord der Theodor-Heuss-Schule fertiggestellt und die Arbeiten an den Toilettenräumen in Haus 5 und 6 an der Grund- und Gemeinschaftsschule im Quellental werden bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Die Hans-Claussen-Schule bekommt noch im September eine neue Stahlaußentreppe, das Schulzentrum Nord im Oktober. Im vierten Quartal werden wir außerdem das erste Teilstück der Westumgehung eröffnen – von der Elmshorner bis zur Prisdorfer Straße. Den Jahresabschluss für das Jahr 2014 werden wir vor den Herbstferien vorlegen, der Jahresabschluss 2015 soll noch vor Weihnachten fertig sein.

Hundeauslauf- und Blühwiesen

Sie haben einen Fünf-Punkte-Plan für die Zukunft der Stadt entwickelt. Womit werden Sie als erstes anfangen?
Wir haben schon längst angefangen. So gibt es beispielsweise eine Stadt-Umland-Kooperation, während der im November in diesem Zusammenhang über Verkehr und den öffentlichen Nahverkehr gesprochen wird. Gleiches gilt für ein Treffen von Vertretern der Metropolregion Hamburg. Beides wurde von mir forciert. Zu dem Thema Hundeauslaufwiesen wird heute Abend eine Vorlage im Ausschuss beraten. Eine weitere Vorlage zum Thema Blühwiesen ist in Vorbereitung. Ich möchte gern die Landesgartenschau nach Pinneberg holen. Erste Gespräche mit dem Innenminister und dem Geschäftsführer des Bundes Deutscher Baumschulen gab es bereits.

Kleine Atempause im Herbst

Ihr Lebensgefährte Torsten Hauwetter hat Sie als Leiter Ihres Wahlkampfteams sehr unterstützt, sich selbst bescheiden im Hintergrund gehalten. Was haben Sie am meisten an seiner Unterstützung geschätzt?
Dass er monatelang zu einhundert Prozent verlässlich an meiner Seite gestanden hat. Er war jederzeit für mich da. Meine Ideen hat er technisch umgesetzt, dabei mitgedacht und viele eigene Ideen aus seinen eigenen Wahlkampferfahrungen miteingebracht. Er war mein Ruhepol und mein Fels in der Brandung.

Haben Sie im Herbst auch mal Zeit für eine kleine Atempause?
Ja, ein bisschen. Im Herbst werden wir Urlaub am Mittelmeer machen.

Nach der Wahl gilt es, alle Plakate so schnell wie möglich zu entfernen. Wie weit sind Sie?
Hoffentlich schon fertig! Es waren knapp 250 Plakatstandorte. Und bis heute Abend sollen alle entfernt sein. An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal für die großartige Unterstützung bei den Mitgliedern von CDU, FDP und meinem Freundeskreis bedanken, die in den vergangenen Wochen viel Zeit investiert haben wie beispielsweise Plakate aufhängen, entfernen, Flyer verteilen und mit an den Ständen für die Bürgerinnen und Bürger da sein. Übrigens habe ich Plakate, Flyer, Blöcke und anderes selbst bezahlt. Dennoch kann es sein, dass wir vielleicht ein oder zwei Plakate übersehen haben, die entfernt sein müssen. Und deswegen, liebe Bürgerinnen und Bürger, bitte ich um Ihre Hilfe. Leihen Sie mir Ihre Augen. Wenn Sie tatsächlich noch eines meiner Plakate sehen, könnten Sie bitte so lieb sein und mir über das Kontaktformular auf meiner Homepage eine E-Mail schreiben? Wir werden dann das übersehene Plakat umgehend entfernen.

http://urte-steinberg.de

13.09.2018

Fotos: Urte Steinberg

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