Neujahrsempfang Stadt Pinneberg 2019 Bürgervorsteherin Natalina di Racca-Boenigk, Bürgermeisterin Urte Steinberg Motto „Pinneberg im Jahr des Kindes 2019“
Birgit Schmidt-Harder

Birgit Schmidt-Harder

Der Neujahrsempfang der Stadt Pinneberg

War es jemals schon so voll auf einem Neujahrsempfang der Stadt Pinneberg? Vermutlich nicht. Mehr als 300 Menschen waren heute Mittag auf Einladung der Stadt in den Ratssitzungssaal gekommen, um das neue Jahr auf dem 26. Pinneberger Neujahrsempfang zu begrüßen und sich anzuschauen, was die Verwaltung zu dem diesjährigen Motto „Pinneberg im Jahr des Kindes 2019“ auf die Beine gestellt hatte.

Vereine und Verbände stellten sich vor

Viele Vereine und Verbände waren eingeladen, sich zu beteiligten. Sie nutzten dies in großer Zahl und informierten an Ständen, mit Flyern und in persönlichen Gesprächen über ihre Arbeit. So waren zum Beispiel das Kita-Werk Pinneberg als Träger der evangelischen Kindertagesstätten vertreten, der Lebenshilfe-Kindergarten Wittekstraße, der Türkische Elternverein Pinneberg und natürlich auch der Verein Pinneberger Kinder.

Traditionelle Neujahrsrede der Bürgervorsteherin

Die Bürgervorsteherin Natalina di Racca-Boenigk (CDU Pinneberg) begrüßte alle Gäste persönlich, Seite an Seite mit Pinnebergs Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos). Diese sprach auch die Begrüßungsworte, während die Hauptrede – die Neujahrsrede – traditionell immer der Bürgervorsteherin obliegt.

Bürgermeisterin bedankte sich

Die Bürgermeisterin blickte kurz zurück auf 2018. Für sie  – schon wegen ihrer Wiederwahl – ein aufregendes Jahr. Und obwohl die Wahl schon viele Wochen zurückliegt, hat ihre zweite Amtszeit offiziell erst vor drei Tagen, am 10. Januar, begonnen. „Dass die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Pinneberg mir wieder das Vertrauen für eine weitere Amtszeit ausgesprochen haben, war natürlich für mich das größte Ereignis des vergangenen Jahres“, sagte Urte Steinberg und bedankte sich herzlich. Auch bei ihren Mitarbeitern. Bei der Stadt ist jede und jeder wichtig – vom Marktmeister bis zur Bürgermeisterin“, sagte Urte Steinberg.  „Ich könnte und wollte auf keine und keinen verzichten. Alle sind gleich wertvoll.“

„Jahr des Kindes“

Das Motto des Empfangs „Das Jahr des Kindes“ war nicht ohne Grund gewählt. „In Pinneberg gibt es viele Vereine, Verbände und Institutionen, die sich für Kinder einsetzen“, sagte Urte Steinberg. „Allen möchte ich für ihr großartiges Engagement danken. Ohne das vielfältige Ehrenamt sähe es auch für die Kinder in unserem wohlhabenden Land in unserer nicht ganz so wohlhabenden Stadt deutlich schlechter aus.“ 

Erfolge 2018

Auch in der Verwaltung und in der Politik stünden die Kinder im Fokus der Bemühungen. „Mit der Schulbausanierung ging es im vergangenen Jahr voran, und ich hoffe sehr, dass die Theodor-Heuss-Schule zu ihrem 50-jährigen Jubiläum in diesem Jahr nahezu fertig saniert dasteht“, sagte Urte Steinberg. Außerdem sei die Schimmelkrise in der Kita Ostermannweg bewältigt, eine Zwischenlösung gefunden und der Neubau des Komet eingeweiht worden.

Vorhaben in 2019

Und auch für das neue Jahr habe sich die Verwaltung viel für Kinder und Jugendliche vorgenommen: „Die Schulbausanierung, zum Beispiel die Planung der Ersatzbauten für die Johann-Comenius-Schule und die Grundschule Thesdorf, die Mensen für mehrere Grundschulen und neue Kindergärten sind das Ziel“, sagte die Bürgermeisterin. „Der Schulentwicklungsplan wird erarbeitet und der Sportentwicklungsplan zu Teilen umgesetzt. Pinneberg soll endlich Kunstrasenplätze bekommen. Wir arbeiten für unsere Zukunft und unsere Zukunft sind unsere Kinder!“

Dann übergab sie an Natalina di Rocca-Boenigk. Und wie immer war die Rede der Bürgervorsteherin jede Sekunde wert.

Doch statt nur wenige Sätze zu zitieren, haben wir sie gefragt, ob wir die ganze Rede publizieren dürfen. Damit diejenigen unter Ihnen, die nicht auf dem Empfang waren, ihre Worte und den Appell am Schluss lesen können.

Wir dürfen. Vielen Dank, liebe Frau Bürgervorsteherin.

Lesen Sie hier die vollständige Rede von Bürgervorsteherin Natalina di Racca-Boenigk zum 36. Neujahrsempfang der Stadt Pinneberg vom 13.01.2019:

Danke auch von mir an die tollen jungen Musiker unserer Musikschule! Und da gehört so viel Übung und Disziplin zu, so spielen zu können. Danke Urte, für Deine Eröffnungsworte.

Jetzt darf ich Sie auch alle begrüßen: Herzlich willkommen liebe Pinnebergerinnen und Pinneberger, liebe Gäste. Und ein frohes neues Jahr allen, die heute wieder so zahlreich zu unserem 36. Neujahrsempfang gekommen sind.

Sie sind mir alle lieb und teuer, trotzdem möchte ich stellvertretend für alle einige wenige namentlich begrüßen:

Den SPD-Landtagsabgeordneten Kai Vogel. Und Heike Beukelmann, die Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion.

Ich freue mich über unsere vielen Vertreter unserer Pinneberger Vereine, Verbände und Institutionen und der Pinneberger Parteien, Vertreter aus dem Rathaus und natürlich alle Pinneberger und Nicht-Pinneberger, die hier sind.

Ganz besonders freue ich mich, dass wir diejenigen unter uns haben, die für unser Motto stehen. Es ist übrigens der 11. Neujahrsempfang, der unter einem Motto steht. Und ich freue mich auf unsere Sternsinger, die sich nach dem offiziellen Teil des Empfangs Gehör verschaffen. Wie jedes Jahr!

Sie alle, Besucher und Teilnehmer unserer Themenausstellung „Pinneberg im Jahr des Kindes 2019″ geben unserem Empfang den Rahmen und tragen dazu bei, dass wir sagen können: Wir sind mal wieder Persönlich. Ehrlich. Anders. Schön, dass Sie alle hier sind!

Pinneberg hat – schon ganz traditionell – seine ganz eigene Art, Jahresende und -anfang zu begehen. Wir beenden das Jahr mit einem spektakulären Weihnachtsdorf und einem fulminanten Jazz im Foyer und starteten das neue Jahr mit dem Neujahrsempfang der Volksbank Pinneberg-Elmshorn, dem Bert-Meyer-Cup – gleichzeitig die inoffizielle Kreismeisterschaft der Fußballer – und mit unserem Neujahrskonzert als Matinee und Abendvorstellung. Danke an alle Beteiligten für diese schönen Veranstaltungen in der Weihnachtszeit und zum Jahreswechsel.

Und all das macht Pinneberg auch Persönlich. Ehrlich. Anders.

Viele wissen, ich mache da gern mal meine Witze drüber. Nach dem Motto: Was sich liebt, das neckt sich.

Liebe Gäste,

dieses „PI“ (zeigt auf das rote P an der Wand) steht für dieses Persönlich. Ehrlich. Anders. Ich nehme unser PI mit auf eine Reise, nach dem Motto „Pinneberg. Exclusiv. Aktuell“. Mit einem Streifzug durch das Alphabet:

A

steht für anders natürlich. Und wir Pinneberger leben das Anders. Bei uns ticken die Uhren oft anders, zum Beispiel wenn es darum geht, Beschlüsse zu fassen oder umzusetzen. A steht aber auch für Aufbruch und Aktivitäten.

Man sieht es an den Bs:

B

steht für Bewegung. An den vielen Baustellen manchmal für wenig Bewegung. Sie nerven zwar teils gewaltig, sind aber ein Ausdruck des Wandels und dass Pinneberg sich weiterentwickelt. Für B steht auch der Bahnhof. Auch hier ist in Teilen eher wenig Bewegung, also Baustellenstillstand – anders – aber ich bin trotzdem zuversichtlich, dass an unserem Busbahnhof demnächst weitergebaut wird. Die DB ist eh am Arbeiten. Ach ja, hier sind wir ehrlich und anders: Bei uns dauert alles etwas länger und ich bin da sehr ehrlich: Ich hätte es gern schneller…

C

steht für City: Unsere Innenstadt entwickelt sich immer weiter, die nächsten Fördergelder stehen bereit und werden zu weiteren Veränderungen führen. Die bringen uns hoffentlich einen interessanten Gastronomiebetrieb in den hinteren Teil des Volksbank-Gebäudes und eine weitere Attraktivitätssteigerung durch die Verlegung des Samstagmarktes auf den Drosteivorplatz.

D

ist Teil von Digitalisierung. Wichtig ist nicht nur, dass man mit einem Glasfaserkabel besser Fernsehen schauen kann oder das Tablet schneller ist. Digitalisierung und die Teilhabe daran muss zukünftig zur Daseinsvorsorge gehören, wie es Strom und Telefon sind. „5G an jeder Milchkanne“, sagte AKK unlängst, wie auch andere dieses fordern.
Digitalisierung und Schule gehören auch zusammen, verbunden mit der Frage: Wie sieht die Schule von morgen aus? Ja, auch da haben wir Defizite, hätten schon weiter sein können, das sind wir wieder anders. Ja, da haben Politik und Verwaltung auch die Zeit verpennt – ganz ehrlich.

Aber auch ehrlich: Wir müssen nicht so tun, als wären wir die letzte der rund 11.000 Kommunen Deutschlands, die zur Tat schreitet. Keine Entschuldigung – nur eine Feststellung.

Für E

gibt es ein gewichtiges Wort: Ehrenamt. Wir können in Pinneberg stolz sein auf die vielen ehrenamtlichen Menschen, die in allen Lebensbereichen unser Leben begleiten und bereichern. Ihnen allen gilt mein ausdrücklicher und von Herzen kommender Dank! Danke, dass es Sie gibt!
E steht auch für Ernst-Paasch-Halle. Michael Endes „Unendliche Geschichte“ ist aus 1979 und hat ein Happy-End. Die Ernst-Paasch-Halle ist tatsächlich älter, hat aber noch kein Happy-End. Wir sind mal wieder anders.
Außerdem steht E auch für ehrlich, ein Wort, das wir alle mehr leben sollten. Politik und Verwaltung müssen nicht alles schönreden, auch nicht dramatisieren. Aber ein ehrliches Wort kommt bei Menschen besser an als der Blick durch die rosarote Brille. Im Übrigen ist ehrlich eine Tugend, die am längsten währt. Gilt also für alle.

F

steht für Pinneberg als Fest- und Festival-Stadt. Auf die vielen Termine, die wir in Pinneberg haben, können wir alle stolz sein. Von Wake up PI über Weinfest und Kindertag bis zum Weihnachtsdorf und Food-Truck (ganz neu), um nur ein paar zu nennen. Wer sich von den vielen Angeboten nicht angesprochen fühlt, dem ist nicht mehr zu helfen! Wir sind hier erfrischend anders.

G

steht für Gewerbetreibende: Toll, dass Pinneberg für ansiedlungs- oder expansionswillige Unternehmen so interessant ist. Das spricht für unsere Stadt!

H

Alle Parteien haben den Haushalt gemeinsam und einstimmig auf dem Weg gebracht. Dafür ein Dank von mir an alle Parteien und Ratsmitglieder. Einstimmig, das ist doch mal eine Ansage! Und es geht um viel Geld für Kinder, Schulen und Sport und für vieles mehr. Lasst es uns jetzt nur noch ausgeben.

I

wie Ilo-Werke. Dort entsteht ein kleiner Stadtteil. Wohnen und Arbeiten in Bahnhofsnähe direkt an der Mühlenau. Oder wie man früher sagte. „Gott schütze uns vor Sturm und Wind und Hochwasser aus der Mühlenau geschwind.“

J

ist der Jugendtreff Komet, der 2018 in neuem Glanz auferstanden ist, nachdem Kasi, der heute auch hier ist, es zwei Jahrzehnte in zwei Containern ausgehalten hat. Wie sagte der Hauptmann in Wallensteins Tod: “Nicht vorwärts konnten sie, auch nicht zurück. Gekeilt in drangvoll fürchterliche Enge.“ Und so fanden dann nach Wallenstein auch die alten Container ihren Tod.

K

macht mich traurig, wütend und auch ein bisschen fassungslos. Kaum zu glauben, dass Pinneberg Jahre braucht, um in Sachen „Kunstrasenplatz“ voranzukommen. Tja, für 2019 stehen Gelder im Haushalt. Da bin ich aber ganz bei Faust: „Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.“ Hier sind wir sehr anders.

L

Zu L fällt mir „lang“ und „länger“ ein. In Pinneberg dauert fast alles etwas länger als gedacht oder geplant. Und auch „etwas“ ist ein dehnbarer Begriff. Damit wird das „L“ auch zu einem Synonym für Pinneberg. Persönlich. Ehrlich. Anders.

M

Das Gelände an der Müßentwiete ist neben den Grundstücken am Rehmenfeld und Gehrstücken zur Entwicklung von Wohnen und Gewerbe vorgesehen.
Mit der endgültigen Fertigstellung unserer „Westi“ wird die Müßentwiete erst einmal in den Focus der ansiedlungswilligen Unternehmen rücken. Frei nach Klaus Wowereit: „Und das ist auch gut so …“

N

Ein schlauer Kopf hat mal gesagt: „Der deutsche Schilderwald steht nicht unter Naturschutz.“ Vielleicht könnten wir in Pinneberg auch mal das eine oder andere abbauen.

Ö kommt von O

Der ÖPNV ist eines der großen Zukunftsthemen. Wie wollen wir alle, Fußgänger, Fahrradfahrer und Autofahrer, mit Bus und Bahn, Jung und Alt, im Kinderwagen oder Rollstuhl uns eigentlich in der Zukunft fortbewegen, und was bedeutet das für Pinneberg? Das Spannende an diesem Thema ist, dass es in alle Lebensbereiche hineinreicht: Einkaufen ohne Auto? Bauen ohne Fahrradkeller? Wer soll denn im fortgeschrittenen Alter das Ding dahin wuchten? Tankstellen für E-Autos (ach ne, das ist ja schon Technik von gestern), also lieber fahren mit Brennstoffzellen? Barrierefreies Leben und Arbeiten überall in Pinneberg? Zumindest für die Drostei wird das demnächst Realität, habe ich der Zeitung entnommen. Ein sehr spannendes Thema, das auch die Jungen ansprechen und beschäftigen sollte. Definitiv mehr als uns Silver Ager!

P

ist natürlich Pinneberg. Persönlich. Ehrlich. Anders. Eine liebens- und lebenswerte Stadt, mit Ecken und Kanten und vielen Vereinen, Verbänden und Institutionen – ich nenne sie unsere Leuchttürme –, die wir einfach mehr wahrnehmen und schätzen sollten. Es gibt den Spruch: „Dem Hamburger zum Zorn schuf der Gott Elmshorn. Und zu seinem größten Ärger schuf er noch den Pinneberger.“ Glück für uns.

Q

Wir sollten weniger quengeln und das Leben hier in der Stadt mehr genießen. Natürlich ist manches verbesserungswürdig, aber wer den „Pinneberg-Blues“ bekommt – die Fahrt nach Hamburg in die Innenstadt dauert auch nur gut 30 Minuten. Und vielleicht geht es Ihnen ja so wie mir. Ich freue mich immer, wenn ich wieder zurück in unserer kleinen, beschaulichen Stadt bin. Mir hat mal eine ältere Frau erzählt, sie fände Pinneberg seit 25 Jahren zum Kotzen. Ich habe sie dann gefragt: „Warum wohnen Sie dann noch hier? Ziehen Sie doch woanders hin!“ Sie alle jedenfalls sehen so aus, als würden Sie mit mir zusammen Pinneberg treu bleiben.

R

wie Radwege. Adam Opel hat gesagt: „Bei keiner anderen Erfindung ist das Nützliche mit dem Angenehmen so innig verbunden wie beim Fahrrad.“ Recht hat er. Aber dann müssen wir das mit der Sanierung und dem Ausbau der Radwege schleunigst in Angriff nehmen, politisch diskutieren, wie ein sinnvolles Fahrradkonzept aussehen soll.

S

Der Umbau des Straßenverkehrsamt zur Kindertagesstätte war eine zeitliche Meisterleistung. Wer hätte gedacht, dass das alles so glatt über die Bühne gegangen ist.
Sparen ist auch ein schönes Wort mit s: Wenn es nicht so traurig wäre, wäre es zum Lachen. Sie alle wissen ja, was sparen eigentlich bedeutet: Geld nicht ausgeben, sondern zurücklegen. In der Politiker- und Verwaltungssprache heißt sparen: Von dem Geld, was wir eh nicht haben, weniger ausgeben, damit wir uns nicht noch mehr verschulden, als wir es eh tun. Mit dieser Sprachregelung können wir unseren Kindern nur nicht den Unterschied zwischen echtem Sparen und weniger Schulden machen erklären. Passt nicht zu ehrlich.

Sch

wie Schule fällt auch unter S: Schulbausanierung, Dauerthema aller Neujahrsempfänge, dauert immer noch zu lange, aber der Zug fährt. Es ist kein TGV, auch kein ICE, aber ein grundsolider IC ist es dann doch schon geworden. Solide, geräuschlos und mit nur wenigen Störungen, die beim Reparieren, äähh Sanieren auftauchen, fährt der Zug zu den Pinneberger Schulen. Noch nicht schnell genug, aber nicht mehr aufzuhalten. Und ja, ein TGV wäre schöner, keine Frage, IC-Fahren ist nicht erstrebenswert, aber ich bin froh, dass die strukturellen Probleme arbeitsorganisatorischer und personeller Art gelöst sind und wir den Blick nach vorn richten können. Gemeinsam!

T

mache ich mal zu Turnen. Als Synonym für Sport. Der Sportentwicklungsplan ist erstellt, der Arbeitskreis arbeitet, sportlich kann sich in Pinneberg einiges verändern. Bitte erwarten Sie nur keine schnellen Veränderungen, wir haben unsere Sportstätten auch noch zu sanieren und und und…

U

Umweltschutz geht uns alle an. Wenn jeder von uns seinen Teil dazu beiträgt, hat die Umwelt schon viel gewonnen. Auf einer der Versammlungen zur Bürgermeisterwahl gab es eine Beschwerde über den Dreck in Pinneberg. Eine sehr couragierte Mutter stand auf und startete einen Appell an alle, der sinngemäß sagte, dass wir uns auch an unsere eigene Nase fassen können. Umwelt geht uns eben alle an! Und Courage heißt, auch mal den Mund aufzumachen, wenn Menschen sich nicht an die Spielregeln halten.

V

sind die Veränderungen. Dazu zähle ich auch neue Ideen, die für Veränderungen sorgen könnten. Es liegt wohl in der Natur des Menschen, Ideen, die Veränderungen bedeuten könnten, reflexartig abzulehnen, weil Veränderungen Ängste auslösen. Manchmal sind wir vielleicht auch nur zu bequem, um Veränderungen zuzulassen. Lassen Sie uns also gemeinsam mutig sein, Veränderungen zuzulassen und Pinneberg positiv weiterzuentwickeln. Lampedusa sagte: „Wenn wir wollen, dass alles so bleibt, wie es ist, müssen wir zulassen, dass sich alles verändert.“

W

Wohnen und arbeiten in Pinneberg. Zwei Begriffe, die wir nicht voneinander trennen können. Der Bedarf an Wohnraum in allen Preisklassen ist auch in Pinneberg immens. Auf Donald Trump können wir nicht bauen und auf eine Mauer um Pinneberg auch nicht, die weiteren Zuzug zu verhindern könnte. Und eine auskömmliche Gewerbesteuer brauchen wir auch für die vielen Aufgaben und Wünsche, die wir hier haben.
Ach ja, unsere „Westi“, wenn sie fertig ist, wird sich definitiv nicht selbst tragen (wie wohl momentan die Elphi), egal, wie viele sie nutzen – es sei denn, wir führen eine Umgehungsstraßenmaut ein.

X

Als Xanthippe wird eine schlecht gelaunte, zänkische Frau bezeichnet. Dieser Begriff ist auf den griechischen Philosophen Sokrates und dessen Frau Xanthippe zurückzuführen, deren Launen (der Überlieferung nach) für ihn eine Herausforderung darstellten. Gut, dass auch xanthippische Männer eine Herausforderung für uns Frauen sind.

Y

bringt beim Scrabble ganze 10 Punkte und das Wort „Ypsilons“ zusammen 22.

Z

ist der Blick in die Zukunft und das, was ich mir wünsche. Ein Blick auf die Welt finde ich nicht sehr beruhigend, auch der kleinere Blick auf Europa macht die Aussicht nicht besser. Überall scheinen Nationalismus und Populismus auf dem Vormarsch zu sein. Einher damit geht ein Verfall der Sitten im Umgang miteinander, eine steigende Respektlosigkeit anderen Menschen gegenüber und eine offene Abneigung gegen die Menschen, die „anders“ sind, egal in welchem Sinne. Andere Meinungen als die eigene werden nicht akzeptiert. Häufig steht einer lauten Minderheit eine schweigende Mehrheit gegenüber.

Das findet sich auch in der Wortwahl wieder. Im persönlichen Gespräch haben wir das bei den vielen Wahlkämpfen der vergangenen Jahre am eigenen Leib erlebt. Nur: Im persönlichen Kontakt kann ich mich wehren, bestenfalls mit meinem Gegenüber zu einem Gedankenaustausch kommen. In den sozialen Medien sieht das ganz anders aus. Hinter der Anonymität des Netzes lässt es sich gut verstecken. Hier werden Menschen kritisiert, beschimpft, beleidigt, Tatsachen verdreht, mit Fake News gearbeitet, Unwahrheiten in den Raum gestellt – und immer ein Schuldiger gefunden. Zu vielen Wortmeldungen gehört ein gesundes „Nicht-Wissen“, Kleinigkeiten werden zu Themen hochdiskutiert, die die Welt beschäftigen müssten – tun sie aber nicht. Schlimmstenfalls ist man Zielscheibe eines Shit-Storms. Mich treibt das schon länger um. Das alles zusammen macht die sachliche Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Positionen fast unmöglich.

Aber vielleicht können wir alle dazu beitragen, dass wir wieder mehr miteinander diskutieren, nicht übereinander. Wenn wir die Meinung anderer als Bereicherung empfinden und nicht als Bedrohung. Wenn wir Minderheitenmeinungen zulassen, weil sie zur Meinungsfreiheit dazugehören. Allerdings sollte das Recht auf Meinungsfreiheit kein Freifahrtsschein sein. Gemeinsame Basis unseres Handelns und Redens ist unsere freiheitliche, demokratische Grundordnung. Lassen Sie uns gemeinsam Respekt einfordern und Respektlosigkeit ansprechen. „Jeder möchte die Welt verbessern und könnte es auch – wenn er nur bei sich selber anfangen würde“, sagte mal ein österreichischer Schriftsteller.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen für 2019:

  1. Dass wir gemeinsam das vielfältige Angebot in Pinneberg wertschätzen und nutzen. Wir haben so vieles, was Pinneberg liebens- und lebenswert macht.
  2. Dass das große haupt- und ehrenamtliche Engagement so vieler weiterhin auch für andere ansteckend ist.
  3. Dass wir unsere Demokratie zu schätzen wissen. Sie kann nur stabil bleiben, wenn wir uns alle für sie engagieren. Demokratie lebt vom Mitmachen. Wählen ist übrigens auch Mitmachen. Sie dürfen dieses Jahr schon wieder wählen: Am 26. Mai ist Europawahl. Und noch nie war Ihre Stimme für Europa so wichtig wie dieses Mal!
  4. Dass es uns gelingt, Pinneberg – unsere Welt – mit kleinen Taten und klaren Worten jeden Tag ein kleines bisschen besser zu machen.
  5. Dass wir es schaffen, das Leben zu genießen. Es ist zu kurz, um es zu verplempern. Ich durfte das im vergangenen Jahr wieder am eigenen Leibe erfahren. Carpe diem – Pflücke/genieße den Tag. Horaz‘ Ausspruch gilt schon seit gut 2000 Jahren!

Nachdem wir gleich den Preis „Förderer der Stadt Pinneberg“ zum zweiten Mal ausloben, haben Sie hoffentlich noch genug Zeit zum Plaudern mitgebracht, das einzig wirklich Wichtige eines Empfangs. Und versäumen Sie es nicht, sich anzuschauen, was unser Motto „Pinneberg im Zeichen des Kindes 2019“ alles beinhaltet. Sie finden alle Informationen auf dem Flyer.

Draußen begrüßen Sie unsere Sternsinger.

Ich wünsche Ihnen allen Kraft, Zuversicht und Mut, sich den Herausforderungen des Lebens zu stellen und es selbst zu gestalten.

Und wenn Sie gehen, sage ich Ihnen: Danke, dass Sie gekommen sind. Und kommen Sie gut wieder nach Hause! Gottes Segen für 2019 sei mit Ihnen.

 

13.01.2019

Fotos: Birgit Schmidt-Harder

Videos: Maike Heggblum

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