Musical-Company Pinneberg Next to normal 2019
Birgit Schmidt-Harder

Birgit Schmidt-Harder

Ein Amerikaner in Pinneberg

Was bitte verschlägt einen Amerikaner in die kleine Welt der Haseldorfer Marsch? Vor allem, wenn er aus der Weltmetropole New York kommt? „Die Liebe“, sagt Andrew Reyes (30), zuckt die Schultern und lächelt ein bisschen verlegen.

Andrew liebt seine neue Heimat

Natürlich. Es gibt keinen besseren Grund. Seit Juni 2016 lebt der gebürtige New Yorker, der für ein e-Commerce-Unternehmen arbeitet, mit seiner Frau in Holm. Und liebt seine neue Heimat – vom Apfelbaum bis hin zur Elbe. „Meine Frau war als Au-Pair-Mädchen in Amerika unterwegs“, sagt er. „Und da haben wir uns kennengelernt.“

Und drüben auch geheiratet. Dennoch zögerte Andrew nicht lange, als sie ihn fragte, ob er auch mit ihr nach Deutschland gehen würde. „Ich habe mich schon länger in den USA unwohl gefühlt“, sagt er. „Und wollte immer mal woanders hin und leben.“

Musikalisches Talent

Zusammen entschieden seine Frau – eine gebürtige Hildesheimerin – und er sich für Holm. Und haben bislang ihre Entscheidung nicht bereut.

Andrew, vielseitig interessiert, hatte schon in Amerika in der Highschool im Chor gesungen und in der Band gespielt. Und obwohl er keine Noten lesen konnte, lernte er Posaune und Tuba zu spielen.

In Deutschland suchte er vergangenes Jahr nach einer neuen Gelegenheit, seine Leidenschaft für Gesang, Musik und Bühne wieder pflegen zu können. Der Zufall half: „Ich las bei Facebook einen Post von Julia, der Choreografin der Musical-Company. Dass sie noch Unterstützung brauchen können“, sagt er.

Großartige Stimme

Andrew traute sich zunächst nicht recht. War sich unsicher, ob seine Deutschkenntnisse für die Bühne hier genügen würden. Doch dann ging er zu einer Probe, sprach vor und wurde vom Fleck weg engagiert. Im November 2018 spielte und sang er in dem Stück „Rent“ eine der Hauptrollen.

„Für uns ein Glück“, sagt Musical-Company-Vorsitzender Arnfried „Arny“ Oprotkowitz. „Andrew hat eine großartige Stimme und eine umwerfende Bühnenpräsenz.

Andrew singt eine der Hauptrollen in „Next to Normal“

Wer den Amerikaner aus Holm auch gern sehen und vor allem hören möchte, der hat vom 14. bis 23. März die Gelegenheit dazu. Dann nämlich spielt er wieder eine Hauptrolle – und zwar den Dan Goodmann aus dem mit dem Purlitzer-Preis ausgezeichneten Musical „Next to Normal“.

Auf Wunsch der Darsteller

„Next to Normal“ – klingelt da nicht was?
„Ja“, sagt Arny, „wir haben dieses Musical schon 2016 gespielt.“
Aber warum dann noch einmal?
„Weil unsere Darsteller es sich so sehr gewünscht haben. Es ist ein sehr intensives und emotionales Stück. Und erlaubt unseren Mitgliedern, die ganze Bandbreite ihres Könnens zu zeigen. Die Musical-Company ist ein Verein. Ein gemeinnütziger Verein. Es geht uns nicht nur um das Geld. Sondern darum, unsere Mitglieder zu fördern und zu fordern und sie miteinzubeziehen.“

Viel Neues

Doch keine Angst, eine einfache Wiederholung von 2016 wird es beim „Next to Normal“ 2019 nicht geben.

„Wir haben viel verändert. Von der Besetzung bis hin zur Choreo und der Musik“, sagt Arny. „So wird es zum Beispiel ein Tanzensemble geben, viele neue Gesichter und ein neues Bühnenbild.“

Damit eben nicht nur 13 Leute in 13 Rollen glänzen können, ist jede Rolle – mit Ausnahme der Figur der Diana Goodmann, die von Nikola Frehsee verkörpert wird – doppelt besetzt. „Alles andere hätten wir als ungerecht empfunden“, sagt Arny, der sich übrigens mit Andrew die Rolle teilt.

Worum geht es?

Das Stück selbst – das muss man sagen – ist keine leichte Kost:

„Next to Normal“ erzählt die Geschichte einer Familie, die nur auf den ersten Blick normal ist: Dan und Diana Goodman leben mit Tochter Natalie in einem amerikanischen Vorort. Dan ist Alleinverdiener, Diana kümmert sich um Haus und Kind.

Was jedoch kaum jemand weiß: Diana leidet seit 16 Jahren unter einer bipolaren Störung und befindet sich in psychologischer Behandlung. Die vielen Therapien, die wechselnde Ärzte und die schweren Medikamente zerrütten das Familienleben zusehends. Diana ringt mit der Realität und wird immer wieder von der Trauer um den verlorenen Sohn, der vor 16 Jahren gestorben ist, eingeholt. Das Publikum erlebt die Psychosen, Rückschläge, Ängste, Depressionen und die Verzweiflung der Familie hautnah mit und sieht, wie die Fassade der glücklichen Vorstadtfamilie nach und nach zerbricht.

Wie die Familie auch? „Das wird nicht verraten“, sagt Arny. „Lassen Sie sich überraschen.“

Tickets online

Also: Wenn Ihnen der Sinn nach einem wirklich guten Stück mit Inhalt und Tiefgang steht, das von den Menschen hier aus unserer Region, aus Pinneberg selbst, verkörpert wird, dann wird es höchste Zeit, noch schnell ein Ticket für „Next to Normal“ zu ergattern.

Musical-Company Pinneberg Next to normal 2019

14. bis 23. März 2019
„Next to Normal“
Musical-Company

Täglich 19.30 Uhr (außer Sonntag 17 Uhr)
Einlass 19 Uhr (Sonntag Einlass 16. 30 Uhr)

Spielstätte:
Hotel Cap Polonio
Fahltskamp 48
Pinneberg

Karten ab 16 Euro

karten.musical-company.net

www.musical-company.net

Save the Date:

Falls Sie es dieses Mal nicht schaffen, aber den wunderbaren Andrew trotzdem hören und sehen wollen, denken Sie doch schon mal an November. Dann spielt die Musical-Company „Shrek – das Musical“. Und dreimal dürfen Sie raten, wer der Mann in Grün sein wird…

Blick hinter die Kulissen:

Die Pinnebergerin war für Sie auf einer der letzten Proben für „Next to Normal“. Kommen Sie mit, wir werfen einen Blick hinter die Kulissen.

Fotos und Video: Birgit Schmidt-Harder

01.03.2019

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