Birgit Schmidt-Harder

Birgit Schmidt-Harder

Hunde-Hinterlassenschaften

Neulich war ich in Uetersen im Kino. Pinneberg hat ja leider noch kein eigenes. „Black Panther“ hatte gerade angefangen, da bemerkte ich es.

Es roch.
Widerlich.
Eklig.
Schappi. 

„Bitte lass’ es keinen von uns sein“, betete ich und drehte mich um. Schnüff. Schnüff. Nee, mein Hintermann, der seine Füße in meiner Kopfhöhe abgestellt hatte, war’s nicht. „Bist du wieder irgendwo reingetreten?“, zischte ich meinen Mann an. „Was heißt hier wieder?“, zischte der zurück. „Pscht!“, zischte es von hinten.

Ich riss die Füße meiner Tochter hoch.

Uaaaaaäääährggg! 

Wissen Sie, ich mag Hunde. Wirklich. Nette Tiere. Was ich nicht mag, sind manche Hundebesitzer. Und bevor sich die jetzt alle gleich aufregen: Ich meine die wenigen, die die Haufen einfach liegen lassen. Bei uns im Viertel am liebsten am Lärmschutzwall, wo alle Kinder spielen. Sieht man ja nicht im Gras. Nee, aber Mutti auf dem Teppich schon. Auch ganz groß: der Gehweg vor der Grundschule. Oder die Sandkiste auf dem Spielplatz. „Mäuschen, was hast du da im Mund?“

Uaaaaaargh! 

Bitte, liebe Hundehalter. Habt Mitleid mit mir! Denn das hättet Ihr bestimmt, wenn Ihr Euch nur ein einziges Mal ein Paar Kinderschuhe von unten angeschaut hättet. Der moderne Outdoor-Thermo-Treter von heute hat mehr Grip als meine Winterreifen. Zwei Zentimeter Profil ist da gar nichts. Glauben Sie mir, da passt so viel Hundehaufen rein, dass einem schlecht wird. Mir jedenfalls. 

Ich musste nämlich nach dem Stinke-Film noch zwei Stunden mit Messer und Sagrotan am Waschbecken verbringen.
Schuhe meiner Tochter saubermachen.
Und die meines Sohnes.
Und meine.
Und die meines Mannes…

Acht Mal Dogge mit Superdarm, der Menge nach zu urteilen. 

Dabei stellte ich mir vor, wir Eltern würden das Gleiche mit unseren Kindern tun – und alle Windeln einfach auf dem Fußweg verteilen. Oder am Gartenzaun. Oder gleich in Ihrem Garten. So wie der Spaßkasper neulich, der den Beutel mit der Scheiße direkt auf meine Wäschespinne warf. Ha. Ha. Lustig. Wenn ich den erwische, lege ich ihm den Eimer unserer alten Krippen-Gruppe unter‘s Kopfkissen. Rache ist Stinkwurst! 

Aber ich will mich nicht ärgern. Wo der Herbst mit seinen Laubblättern und den vielen Hundehaufen darin ja noch nicht mal richtig angefangen hat.

Wie wäre es, wenn wir ab sofort uns etwas vornehmen würden: Wer was macht, macht’s auch weg, Eltern und Hundebesitzer haften für ihre… na, Sie wissen schon. Das wären dann mal saubere Herbsttage! 

02.06.2018

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