Vernissage Morta, Installationen von Marion Inge Otto-Quoos, Drostei, Pinneberg
Birgit Schmidt-Harder

Birgit Schmidt-Harder

Mioq: Vernissage Morta in der Drostei

Nein, das Thema ist nicht leicht. „Morta. Oder die Wirklichkeit hat noch nie ein Foto gesehen“ heißt die neue Ausstellung der Pinneberger Künstlerin Marion Inge Otto-Quoos, die alle nur als „Mioq“ kennen und auch so nennen. Es geht um Zeit, Vergänglichkeit, Empfindung und Erinnerung. Und um den Tod.

Konzeptionskunst

Heute durften die rund einhundert Besucher bei der Vernissage in der Pinneberger Drostei erste Blicke auf die Kunstwerke werfen. Malerei gab es nicht zu sehen. Auch keine Musik zu hören. Mioq ist Konzeptkünstlerin, soweit man versuchen darf, sie einzuordnen. Idee und Konzept stehen bei ihrer Kunst im Vordergrund, Kontext, Bedeutungen und Assoziationen spielen eine große Rolle.

14 Rauminstallationen

Und so zeigt sie in ihrer Ausstellung 14 sogenannte Installationen: Klare Objekte, die im Raum unter seiner Einbeziehung angeordnet werden und zum Teil mit Video- und Audiosequenzen verbunden sind. Das, was man sehen kann, ist teilweise bis zur Schmerzgrenze reduziert. Doch das, was dahintersteckt, entwickelt ungeahnten Sog und Tiefe. Denn um das Sehen geht es bei Morta nicht. Sondern um Eindruck, Gefühl und „Raum“ für die eigenen inneren Bilder.

Tod – das Lebensthema schlechthin

„Im Mittelpunkt der Ausstellung steht der Prozess des Übergangs“, sagt Marion Inge Otto-Quoos. „Und Übergang bedeutet Veränderung, Wandlung, Transition, Zwischenspiel.“

Klar sei das Thema Tod nicht leicht, gibt sie zu. „Aber er ist das Lebensthema schlechthin.“ Und dieses sei vielfältig und etwas, das so viele eigene und auch andere Geschichten offenbart. „Man kann sehr viel über das Leben der Menschen erfahren, wenn man sich damit beschäftigt“, sagt die Künstlerin.

Grün, Schwarz, Weiß und Gelb

Die Besucher jedenfalls waren begeistert. Eines der vielleicht interessantesten Artefakte ist ein glänzendes Bild mit Gras. „Gras“ steht auch in transparenten Lettern auf dem Bild drauf. Doch wer in den gegenüberliegenden Spiegel blickt, liest etwas anderes. Und so wird aus Gras der Sarg.

Neben dem Grün spielen noch drei weitere Farben eine Rolle bei Morta: Schwarz, Weiß und Gelb. Schwarz für Magie und Tiefe, Weiß für Unendlichkeit und Himmel, Gelb für Energie, Leben und Licht.

Kein Ende. Ein Anfang

Und genau deswegen hinterlässt ein Besuch der Ausstellung kein schales Gefühl im Innern. Sondern vielleicht die Erkenntnis, dass weder Leben noch Tod ohne den jeweils anderen denkbar sind. Und dass letzterer nicht das Ende, sondern vielleicht nur der Anfang von etwas anderem ist.

MORTA.
Oder die Wirklichkeit hat noch nie ein Foto gesehen
Installationen von Mioq Marion Inge Otto-Quoos

http://www.mioq.de

21. Oktober bis 25. November 2018
Drostei
Dingstätte 23
Pinneberg

Mittwoch bis Sonntag, 11-17 Uhr
Eintritt 3 Euro, 1,50 Euro ermäßigt
Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre frei

https://www.drostei.de

Fotos: Birgit Schmidt-Harder

21.10.2018

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