Birgit Schmidt-Harder

Birgit Schmidt-Harder

Nachbarn sind etwas Wunderbares

Nachbarn sind was Wunderbares. Sie hüten ein, wenn man im Urlaub ist, gießen Blumen und haben ein Auge auf die Kinder. Das ist bei meinen Eltern so, bei meinen Kollegen und meinen Freunden auch.

Und wer sich mal austauscht über seine Nachbarschaft, stellt fest: Nachbarn ticken überall gleich! Fast könnte man sagen, es gibt bestimmte Typen unter ihnen. Und gesetzt den Fall, ich würde es wagen, eine Nachbar-Typologie zu erstellen, würde sie – nicht ganz ernst gemeint – in etwa so lauten:

Die Flodders:
Sie sind furchtbar nett – aber entsetzlich unordentlich. Ihr Rasen steht kniehoch, die Fenster sind fast blind und der feine Unterschied zwischen Unkraut und Gestrüpp ist ihnen nicht ganz geläufig. Dafür sind sie tiefenentspannt. Und wenn Kinder mit Kreide schlimme Wörter auf ihre Auffahrt malen, lachen sie herzlich und parken einfach drüber.

Der Bastler:
Er kann alles, weiß alles und hat das gesamte Black-und-Decker-Sortiment in seiner Garage, die er natürlich ganz allein in zehn Minuten hochgezogen hat. Was er nicht müde wird zu betonen. Lob ist sein Brot, wer ihn um Hilfe bittet, muss applaudieren, bis die Hände bluten.

Die Sheriffs:
Sie leben gleich hinter der Gardine und sehen alles. Wer zum Kaffee kommt, was auf der Wäscheleine hängt und wieso Nachbar xy nicht endlich seine Hecke schneidet. Lieber würden sie die Polizei rufen, als auch nur einen Fehler durchgehen zu lassen, den sie selbst natürlich nie begehen würden. Sie sind nicht sehr beliebt. Aber seit sie da sind, ist die Einbruchsquote um 90 Prozent gesunken.

Die Prolls:
Sie fahren Golf GTI oder einen getunten 3er BMW – und auch in der Spielstraße niemals unter 60 km/h (was die Sheriffs in den Wahnsinn treibt). Grüßen können sie nicht, Kinn heben muss reichen, ansprechen unerwünscht. Was nichts macht. Außer über Autos haben sie eh nicht viel zu sagen.

Die Engel:
In ihrem Haus wohnt die Seele der Straße. Sie helfen, wo Not am Mann ist, unprätentiös und ohne große Worte, nur mit einem Lächeln auf den Lippen. Sie sind die besten Nachbarn der Welt. Diskret, unaufdringlich und liebenswert. Und zum Glück gibt es sie in Pinneberg fast überall …

30.07.2018

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