Birgit Schmidt-Harder

Birgit Schmidt-Harder

Weißere Zähne – wie geht das?

Glaubt man den Umfragen von Datingportalen, sind schöne Zähne wichtiger als Augen, Fi­gur oder Einkommen. Laut einer Umfra­ge der weltweit agierenden Partnerbör­se match.com von 2013 achten 71 Prozent der Frauen und 58 Prozent der Männer bei ih­rem Gegenüber als erstes auf die Zähne. Weiß und ebenmäßig ziehen an, Flecken und Mundgeruch schlagen in die Flucht.

Schönheitsideal weiße Zähne

Nun ist es aber so, dass nicht jeder von Natur aus mit dem Zahnpasta-Lächeln eines Hollywood-Stars gesegnet ist. Was also tun, wenn trotz bester Mundhygie­ne die Zähne nicht recht strahlen wol­len? Ganz einfach: Es wie in Hollywood machen und der Natur ein bisschen nachhelfen. Un­schöne Zähne sind kein Schicksal mehr.

Ein Überblick über die heutigen zahnkos­metischen Möglichkeiten:

Aufhellende Zahncremes

Diese Zahn­pasten arbeiten mit Schmirgelstoffen, mit denen äußere Ablagerungen ent­fernt werden. Zahnärzte raten von de­ren regelmäßigem Gebrauch ab. Bei falschem Putzverhalten (zu viel Druck) besteht die Gefahr, dass Zahnfleisch, Zahnschmelz und Zahnbein verletzt werden. Wer dennoch aufhellende Zahncremes benutzen will, sollte darauf achten, dass diese nicht zu viel Schmir­gelpartikel enthalten. Entscheidend ist der RDA-Wert (Relative Dentin Abra­sion). Laut Bundeszahnärztekammer sind RDA-Werte über 100 stark und 70 bis 80 mittel. Als empfehlenswert gelten RDA-Werte zwischen 30 und 70 (Infos beim Herstel­ler oder bei Verbraucheror­ganisationen).

Bleaching

Unter Bleaching versteht man das Aufhellen der Zähne. Ge­bleicht wird in der Regel mit Wasser­stoffperoxid – der Wirkstoff, der auch Blondinen zaubert. Voraussetzungen sind gesundes Zahn­fleisch und karies­freie Zähne. Man unterscheidet zwischen Ho­me-Bleaching (zu Hause) und In-Office-Blea­ching (in der Pra­xis). Nichts davon wird von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Es gibt freiver­käufliche Blea­ching-Präparate, mit denen man selbst seine Zähne zu Hause blei­chen kann. Experten aber empfehlen, immer unter zahnärztlicher Aufsicht zu bleichen. Der prüft, ob die Zähne für die Prozedur überhaupt geeignet sind. Home-Bleaching gibt es auch beim Zahnarzt. Dieser stellt individuell an­gepasste Schienen her, die mit einem Wirkstoffgel gefüllt werden. Die Schie­nen werden über meist zwei Wochen täglich stundenweise nach Anweisung getragen.

Schneller, sicherer aber auch teurer ist das In-Office-Bleaching. Hierbei bleicht der Zahnarzt mit hochkonzen­trierten Bleichmitteln direkt in der Pra­xis. Schleimhäute und Lippen werden abgedeckt. Das Peroxid wird direkt auf den Zahnschmelz aufgebracht und unter speziellen Lampen erwärmt, so dass es in kurzer Zeit eine große Men­ge Wirkstoff freisetzt. Die Behandlung erstreckt sich über zwei bis vier Sitzun­gen. Bei beiden Methoden hält der Ef­fekt mehrere Jahre, bei starken Kaffee-und Rotweintrinkern oder Rauchern kürzer. Studien haben inzwischen nachgewiesen, dass das Bleaching für die gesunde Mundhöhle kein Risiko ist – wenn die Behandlung fach­gerecht durchgeführt wird. Direkt nach dem Bleichen können die Zahnhälse empfind­lich sein. Fluoridgele schaffen meist schnell Abhilfe.

Veneers/Lumineers

Veneers sind hauchdünne Verblend­schalen aus Keramik, die wie eine Maske auf die Zähne aufgeklebt wer­den. Man kann mit ihnen Korrekturen vornehmen (Lücken, abgebrochene Ecken), die früher nur mit Kronen mög­lich waren. Der kosmetische Effekt ist immens: Aufgrund der Lichtdurchläs­sigkeit der Keramik und der exakten Anpassung an Zahnfarbe und Zahn­form sind die Verblendschalen vom na­türlichen Zahn kaum zu unterschei­den. Aber: Veneer ist nicht gleich Veneer.

Klassische Veneers sind ungefähr 0,8 bis zwei Millimeter dick. Für ihre Befestigung muss die Zahnoberfläche vor­her abgeschliffen wer­den. Non Prep Veneers(oder auch auch  Lumineers nach dem kalifornischen Hersteller Den-Mat) dagegen sind sehr viel dünner (bis zu 0,3 Millimeter). Sie werden ohne vorheriges Abschleifen auf den Zahn aufgeklebt. Letztere eignen sich allerdings nicht für stark verfärbte Zähne, weil diese durchschimmern. Sowohl Veneers als auch Non Prep Veneers werden individuell nach Abdruck im Dentallabor angefertigt.

Am günstigsten und relativ neu sind sogenannte  Veneers-to-Go. Diese vorkonfektionierten Schalen in verschiedenen Größen bestehen aus Vollkeramik oder aus einer Kunststoff-Keramik-Mischung. Sie werden direkt im Mund des Pateinten angepasst und sofort aufgeklebt. Die Haltbarkeit von Veneers ist sehr gut. Laut Studien gehen nur sieben von 100 Schalen in einem Zeitraum von 15 Jahren verloren.

20.06.2018

Foto: proDente e.V./Johann Peter Kierzkowski

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